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Bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts haben Laboer Bürger, meistens Fischer, in ihrer Freizeit mit Gästen des Ortes Segel- und Ruderregatten durchgeführt. Zu den Gästen zählte u.a. Prof. Pansch, der ein begeisterter Segler war. Durch ihn animiert, traten bereits 1880 die Fischer mit ihren Booten und Kähnen zur ersten richtigen Wettfahrt vor dem Laboer Strand an. 1887 segelte Herr Pansch nach einer solchen Wettfahrt mit seinem Boot zurück nach Kiel und verunglückte dabei tödlich. Die aber von ihm ins Leben gerufene Fischerregatta jedoch blieb erhalten und hat sich als Laboer Traditionsregatta durchgesetzt.

Gründung in der Pension BandholzIm Jahr 1910 wohnten in der Pension „Bandholz“ zahlreiche segelsportbegeisterte Studenten der Christian- Albrechts- Universität zu Kiel. Zusammen mit einigen Laboer Bürgern wurde in diesem Jahr der Laboer Regatta Verein gegründet. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten:

  • Henri Michaelsen, stud.phil.
  • Fritz Ludwig, stud.jur.
  • Hans Lubinus, Dr.med.
  • Bendhaus
  • Schwidtal
  • Wilhelm Klöppel, Dr.med.
  • E.Bohne, cand.med.
  • Hermann Wiese, Kaufmann

Laboer Hafen 1910Schnell gab man sich eine Segelordnung. Der Dreieck-Stander in den bis heute erhaltenen Farben Schwarz, Weiß und Rot und der Form einen liegenden „V“ mit der Spitze zur Mitte des Lieks wurde entworfen. Die Farben des Standers entsprachen schon damals den allgemein üblichen Farben, die auch der „Norddeutsche Regattaverein“ in Hamburg oder der vereinigte „Seglerhaus am Wannsee“ in Berlin sowie der „Kieler Yachtclub“ führte. Die jungen Studenten und Fischer segelten gemeinsam. Sie verfügten über Gaffel- und Wadenboote und über Jollen. Man einigte sich darauf, einmal im Jahr eine Regatta durchzuführen, die den sportlichen Wettkampfgeist befriedigen sollte. Dazu gehörte natürlich auch ein gesellschaftliches Ereignis, welches in Form eines Regattaballs abgehalten wurde. Das Festlokal war lange Zeit der „Probsteier Hof“. Die Segelordnung wurde 1912 überarbeitet und zu einer Satzung erweitert.

Der Laboer Regatta Verein hat schon in den Anfangsjahren eine sehr enge Verbindung zu dem Laboer Fischerverein gehabt. Der Laboer Fischerverein trat 1913 als kooperatives Mitglied dem LRV bei und somit waren alle Schiffe im Laboer Hafen dem LRV angeschlossen. Die Mitgliederliste von 1913 verzeichnet 110 Mitglieder des LRV und 39 Fischer.

Segelregatta des Laboer FischervereinsDas Vereinsleben hatte schon in den ersten Jahren des Bestehens des Vereins feste Formen angenommen. Die alljährlichen Versammlungen fanden in der Gaststätte „Hotel Seegarten“ statt. Man traf sich einmal vor dem Ausrichten der Regatta, die entweder im August oder September stattfand, um die Organisation, die Meldedauer und die Meldegebühr sowie die Ausstattung des anschließenden Balls zu besprechen. Am Jahresende wurden in einer weiteren Versammlung die Kassenberichte vorgelegt und die Amtshalter entlastet. Aus dieser Zeit - 1912 - stammt auch der älteste Pokal von P. Jörgensens „Dan“ Motorenfabrik Kopenhagen, der am 25. August 1912 zum ersten Mal ausgesegelt wurde.

Von der Gründung bis 1914 war der Holzkaufmann Hermann Wiese 1. Vorsitzender des Vereins. In der Zeit des 1.Weltkrieges ruhten die Aktivitäten des Vereins und erst 1919 übernahm der Fischerältermann und Vormann der Rettungsstation der DGzRS, Heinrich Schnoor, dieses Amt. Die erste Regatta wurde dann bereits wieder 1919 ausgesegelt und in den folgenden Jahren bis 1939 regelmäßig durchgeführt. Nach Heinrich Schnoor übernahm 1930 der Kapitän und Lotse Gustav Krützfeld den Vorsitz, den er 1938 an Kurt Kreuter, Direktor bei den Howaldtswerken in Kiel, abgab. Bis 1949 blieb Kurt Kreuter 1. Vorsitzender.

1938 beschließt die Generalversammlung Wettfahrtbestimmungen auszuarbeiten und in Druck zu geben, damit sämtliche Regattateilnehmer über ihr Verhalten während der Wettfahrt im Bilde sind. Nicht nur das sportliche Miteinander, sondern auch das Vereinsleben nahm in diesem Jahr Formen an, denn Rudolf Heitmann wurde zum Zeugwart gewählt und übernahm die ehrenvolle Aufgabe, zu jedem Zusammentreffen der Mitglieder den Tischstander mitzubringen.

Traditionsregatta

Die Durchführung der Traditionsregatta - damals: Das gesamte Dorf war am Tag der alljährlichen Regatta im August auf den Beinen. TraditionsregattaDie Kinder bekamen schulfrei, denn für die Jugend war morgens ein Ruderwettbewerb angesetzt. Tage vorher waren die Boote schon Regatta- klar gemacht worden. Die Regatta- Teilnehmer hatten ihre Erkennungsnummern im Segel bzw. am Boot angebracht. Um 11:00 Uhr morgens waren dann 4-5 Ruderboote am Start. Zwei Mann ruderten jeweils ein Boot, die aus drei Planken und einem flachen Boden bestanden. Nachmittags fand die eigentliche Regatta statt. 2 Rm Startgeld mußten von jedem Teilnehmer bezahlt werden. Eine Holzkonstruktion stellte den Startmast dar. Zwei zusammengebundene Fischerkörbe, die den Startball darstellten, waren so an der Spitze des Mastes angebracht, dass er von allen Regattateilnehmern gut gesehen werden konnte. Traditionsregatta10 Minuten vor dem Startsignal wurde mit der Flinte ein Ankündigungssignal zum Uhrenvergleich abgegeben. Ab 5 Minuten stieg der Korb dann jede Minute auf dem Mast ein Feld nach oben. Hatte der Korb das letzte, oberste Feld erreicht, so lief die letzte Minute. Als Startsignal fiel der Korb dann wieder nach unten, denn auch damals zählte das optische Startsignal. Der 1935 verwendete Startmast (siehe Bild) wurde vom Vater unseres heutigen Commodore zur Geburt seines Sohnes dem Verein geschenkt - dieser Mast wird noch heute zur Traditionsregatta aufgestellt. Besonders interessant und charakteristisch für die damalige Zeit ist wohl auch die Tatsache, dass der Regattakurs über die Fahrrinne hinweg bis an das andere Ufer der Kieler Förde abgesteckt wurde. Gesegelt wurde von der Sandtonne-C-D (heutige Batterietonne)-Sandtonne-Ziel. TraditionsregattaEs segelten ca. 10 Wadenboote und Jollen. Auch die Preise sahen damals anders aus als heute. Es gehörte zum guten Ton, dass die Laboer Bürger und Kaufleute Preise stifteten. Auf dem abendlichen Regattaball bekam jeder Teilnehmer einen Preis. Der Sieger durfte sich aus der Vielzahl der Preise den seines Erachtens schönsten aussuchen. So gab es z.B. Mützen, Tauwerk, Bootslacke, Briefmappen, Torten und anderes mehr. Auch damals verfügte jeder Segler über die eigenen kleinen Tricks, die seiner Meinung nach einfach zum Regattasieg führten mussten. Hans Heinrich Bräsch setzte immer ein Besan mehr an seinem Wadenboot, damit es noch schneller segelte.

Der 2.Weltkrieg Krieg hat auch die Aktivitäten des LRV gelähmt. Von 1939 bis 1949 ruhte die Arbeit im Verein vollkommen. 1949 trafen sich die „Interessenten an einer Regattafahrt 1949“. Nach einer allgemeinen Aussprache kamen die Anwesenden zu dem Entschluß, eine Wettfahrt für Segelboote, Motorboote und Ruderboote im Rahmen der „Laboer Woche 1949“ stattfinden zu lassen. Zur Vorbereitung wurden Ausschüsse gewählt, die die Regatta zu organisieren hatten. Karl-Heinz Arp, Holzhändler und Chef der Firma Vöge & Wiese, war in allen Ausschüssen vertreten. Herr Arp übernahm 1949 den Vorsitz. Nachdem die Regatta erfolgreich abgehalten worden war, kam es 1949 im „Hotel Seegarten“ zur Neugründung des LRV. Ruderregatta und Traditionsregatta wurden von nun an wieder in jedem Jahr durchgeführt. Parallel zu den jährlichen Veranstaltungen entwickelte sich eine sehr erfolgreiche Jugendarbeit.

1955 erklärt sich der Hafenkapitän bereit, an die von den Sportbooten des LRV belegte Brückenecke des neuen Hafens einen Flaggenmast zu setzten, um dort einen Liegeplatz für die LRV- eigenen Boote zu kennzeichnen.

Traditionsregatta

Traditionsregatta
Es sollte hier an Fest- und Sonntagen sowie zu besonderen Anlässen der große Stander des LRV wehen. In den Jahren 1957 schien das Interesse der Fischkutter an der Traditionsregatta etwas nachzulassen, denn man beklagte die geringere Zahl der Meldungen. Wie alle Kosten steigen mit den Jahren auch diejenigen fürs Startgeld. So kostete der Start zur Regatta 1962 bereits 4 DM. Der Regattaball war in Laboe durch die Jahre inzwischen zu einem gesellschaftlichen Ereignis geworden.

Im Jahre 1970 fand auf Anregung von Helmut Lübking für die Jugendlichen nach dem Wettrudern erstmals eine Regatta für die Optimisten- Klasse statt. Auch im Bereich des Sportsegelns wurden Erweiterungen vorgenommen, denn nun fand ein Vormittags- und ein Nachmittagsstart statt. Die Jugendarbeit wurde im Jahr 1970 durch die Anschaffung von drei Optimisten- Jollen unterstützt. Weiterhin wurde, da man festgestellt hatte, dass die alte Satzung den damaligen Ansprüchen nicht mehr genügte- dazu aufgefordert, Satzungsänderungsvorschläge einzureichen. Im Sommer 1970 wurden einige Boote angeschafft und es fand täglich Anfängersegeln vor dem Slip der Bootswerft „Knierim“ und zunächst im alten Hafen statt. Erstmalig nahmen Optimisten an der Traditionsregatta teil. Sie bildeten mit ihren bunten Segeln im Rahmen des traditionellen vormittäglichen Kindersports den Auftakt. Kinderrudern wurde 1970 das letzte Mal durchgeführt.

Optisegler1971 trat der Laboer Regatta Verein in den Deutschen Seglerverband ein. Der LRV schaffte 1971 den ersten Kunststoff- Opti an. Damals wollte noch keiner so recht glauben, dass dieses Material in wenigen Jahren bevorzugt gefahren wurde.

OptiseglerSchon im Januar 1972 warfen die olympischen Ereignisse ihre Schatten voraus. Die Segler wurden zum Eröffnungssegeln am 28.August eingeladen. Einen unvergeßlichen Höhepunkt für die Jugendlichen des LRV bildete die Flaggenwache während der Olympiade. Die Jugendabteilung erhielt als Dank vom olympischen Komitee einen Finn- Dinghy als Geschenk. 1972 wurde erstmalig eine Altherren- Regatta im Optimist durchgeführt. Interesse und Beteiligung waren groß. Alle 17 zur Verfügung gestellten Boote wurden eingesetzt. Es waren u.a. dabei: Hein Dahlinger und Günther Petersen. Die Vereinsmeisterschaften anläßlich der Traditionsregatta 1972 verdeutlichten, dass der LRV inzwischen in Laboe eine große Resonanz hatte. Nicht 8 wie im ersten Jahr, nicht 17 wie im zweiten Jahr, sondern 29 Kinder kämpften jetzt in 3 Wettfahrten nach Altersgruppen getrennt um die Meisterschaft.

Anfang 1973 konnte dem Kreisjugendring auf Anfrage mitgeteilt werden: 60 Jugendliche sind im LRV aktiv. Im gleichen Jahr richtetet der LRV erstmalig eine verbandsoffene Regatta für Optimisten aus. Die besten Segler aus der Region Schleswig-Holstein kamen. Die Plätze 2, 3, 5 und 6 gingen an die Segler des LRV. Das vorläufige Ziel wurde erreicht, große Leistungsbreite wurde von nun an immer öfter bei den Wettbewerben unter Beweis gestellt. So z.B. bei der Nationen Meisterschaft 1973, von den damals ca. 2000 aktiven Optimisten hatten sich rund 75 für die Teilnahme qualifiziert. Vom LRV schafften 6 die Qualifikation. Kein anderer Verein hatte so viele Kinder über die Qualifikationshürde gebracht. Die Jugendgruppe erfreute sich immer größeren Zuspruchs. Selbst Kinder aus Kiel beantragten, Dank des guten Rufes, die Aufnahme in die Leistungsgruppe. Von den 10 besten der Region stellte der LRV 1973 vier Segler.

Eine andere Abteilung, die mittlerweile zum festen Bestandteil des LRV geworden ist, wurde 1974 ins Leben gerufen: die Fahrtensegler. Ziel der Fahrtensegelei im LRV war und ist es:

  • die Kameradschaft und das Füreinander zu pflegen

  • gute Navigation und Seemannschaft zu fördern

  • Erfahrungen zu sammeln für Skipper und Mannschaft, die dazu beitragen, Unfälle zu vermeiden und helfen die

  • viele Freude an diesem schönen Sport ungetrübt zu genießen

Im Jahre 1975 kann der LRV zum zweiten Mal nach 1974 eine Schwerpunkt- Regatta ausrichten. Dem LRV wurde 1975 von der Gemeinde auf unbegrenzte Zeit ein Raster des Appartement- Gebäudes am Yachthafen zur Nutzung als Clubraum zur Verfügung gestellt. Allerdings befand sich dieser Raster im Rohzustand und musste erst den Bedürfnissen des Vereins entsprechend durch viele freiwillige Helfer ausgebaut werden. Der Clubraum wurde unterteilt in die Hansestube und den Takelraum, die durch Sanitäreinrichtungen und eine Küche verbunden wurden. Die Hansestube erhielt den Namen nach den 12 von Heinrich Artkämper kunstvoll auf Holz gemalten Wappen verschiedener Hansestädte: Stettin, Königsberg, Elbing, Danzig, Wismar, Rostock, Stralsund, Greisfwald, Bremen, Hamburg, Lübeck, Kiel. Die Hansestube erhielt neben den Wappen noch weitere Kunstgegenstände, die in direktem Bezug zur Segelei stehen: Unter einer Glasvitrine steht das Modell der Vier-Mast-Bark Octavia, das Olga Breckwoldt, geborene Kruse, eine gebürtige Laboerin, 1953 dem Regattaverein vermachte. Ihr verstorbener Mann war in den Jahren 1903/1904 Kapitän dieses Schiffes und hat später das Modell maßstabsgerecht angefertigt. Ein weiteres Kunstwerk, das dem Raum viel Atmosphäre verleiht, ist das große Ölbild. Es wurde von dem ehemaligen Direktor der Kieler Zeichen- und Gelehrtenschule, A.Lohse, in Laboe gemalt und von seinen Erben vor einiger Zeit an Karl-Heinz Arp verkauft. Das Bild wirkt düster und in seiner Perspektive unwirklich. Dazu muss der Betrachter wissen, dass Direktor Lohse in der Höhe des Rosengartens aufs Wasser gefahren war und von dorther sozusagen in gleicher Höhe mit den Wellenkämmen die Laboer Mole und im Hintergrund die Kieler Förde malte.

Der Verein wuchs nun ständig. Im Jahre 1975 zählte der LRV 286 Mitglieder und verfügte über ein Potential von 83 Booten, davon 40 Kielboote. Auch das sich seit dieser Zeit an die Traditionsregatta anschließende Katerfrühstück fand großen Zuspruch. Das jährliche Programm nahm einen immer größeren Umfang an, so gehörte zu den festen Veranstaltungen: das Ansegeln, die Opti-Herren-Regatta, die Traditionsregatta mit anschließendem Katerfrühstück, die Gemeinschaftsfahrten, das Winterfest, der zweimal im Monat stattfindende LRV-Treff sowie das Absegeln. 1976 ergab sich aufgrund der errungenen Erfolge die Ausrichtung der Nationalen Deutschen Jugendmeisterschaft im Optimisten.

Optisegeln

OptisegelnOptisegeln

 

Im Jahre 1977 wird die lang andauernde Amtszeit von Karl-Heinz Arp auf eigenen Wunsch beendet. 40 Jahre Vorstandsarbeit sind eine beachtliche Leistung. Sein Amt wurde durch Detlef Berlin übernommen. Karl-Heinz Arp wurde von der Versammlung aufgrund seines langen und verdienstvollen Wirkens zum Wohle des LRV zum Commodore ernannt. Aufgrund der Verbundenheit stellt Commodore Arp dem LRV ab 1977 den ehemaligen Motorrettungskutter RK 365, die Heinrich Wiese für die Begleitung von Regatten und Jugendveranstaltungen zur Verfügung. Im Jahre 1979 geht die Heinrich Wiese als Geschenk des Commodore in den Besitz des LRV über.

1979 wurde erstmals der Fahrtenseglerpreis in Form eines Halbmodells des Segelkutters „Wollin“ an die Fahrtensegler verliehen. Dieser Preis wird für überdurchschnittliche seemännische Leistung unter Berücksichtigung von zurückgelegten Meilen etc. vergeben.

Im Jahre 1979 haben sich die Regattaaktivitäten erheblich erweitert. So wurden z.B. die Deutsche Meisterschaft in der Folkeboot- Klasse, die internationale Europe- Klasse und die Opti- Ausscheidungen gesegelt. Auch das Winterfest entwickelte sich immer mehr zum eigentlichen Gesellschaftsfest des LRV.

1980 und 1982 fanden die Landesjugendmeisterschaften in der Optimisten- Klasse und in der Europe- Klasse vor Laboe statt. Die Regattasegler der Laboer Optimisten- Klasse gehörten bis zum Anfang der 80er Jahre zu den erfolgreichsten im Deutschen Seglerverband. Für den äußeren Rahmen entwarf Heinrich Artkämper Plakate und die bei den Seglern so beliebten Plaketten für Meisterschaften und Traditionsregatten. Intensiviert wurde die Jugendarbeit durch ein alljährlich stattfindendes Jugendsegellager an der Schlei. Das Jugendsegellager zählt zu den Höhepunkten im Vereinsleben der Jugendlichen und war jedes Jahr wieder ein großer Erfolg. Im Jahr 1980 schafft der LRV ein eigenes Begleit- und Übungsboot an, den ersten Pessimisten.Bei dem Boot handelt es sich um eine gebraucht erworbene Dory 17.Die Jugendabteilung stellt weiterhin einen wichtigen Teil der Arbeit im LRV dar. Im Jahr 1981 segelten drei Optisegler und Europesegler zur deutschen Spitze. Auch die Fahrtensegler haben eine starke Beteiligung an ihren Fahrten aufgewiesen.

Im Jahr 1982 scheitert das Unternehmen Jugendsegellager an der mangelnden Zahl von Betreuern. Von nun an nahmen die Jugendlichen an einem Zeltlager in Friedrichstadt teil und segelten auf der Treene. 1982 fand die WM-Ausscheidung der Europes, die Landesjugendmeisterschaft und die Kieler Flottenmeisterschaft der Folkeboote statt. Der Terminplan des LRV hatte durch die Einrichtung verschiedener Veranstaltungen an Umfang gewonnen, so gehörte im Jahre 1982 das Ansegeln, die 2.WM-Ausscheidung in der Europe- Klasse, die Pfingstfahrt in die Schlei, die Landesjugendmeisterschaft, das Stegfest, die Traditionsregatta, der Ehrenmalpokal, die Fahrt in den Ringkanal sowie das Absegeln zu den festen Programmpunkten. 1984 muss die Heinrich Wiese aus Kostengründen verkauft werden.

1985 wurde das 75-jährige Bestehen des LRV gefeiert. Nach dem 75-jährigen Jubiläum haben die Aktivitäten des Vereines weiterhin zugenommen. Neben der in jedem Jahr stattfindenden Traditionsregatta für Segelboote aller Größen, Jollen und Fischkutter wird diese Veranstaltung seit 1993 durch die „Beeke Sellmer Wettfahrt“ des Vereins „Freunde alter Schiffe Laboe“ bereichert. 1989 übernahm der Diplomingenieur Jochen Göing, , das Amt des 1. Vorsitzenden, Auch in seiner Amtszeit stand die Jugendarbeit im Mittelpunkt der Aktivitäten im Laboer Regatta Verein. Um die große Zahl der Jugendlichen während der Trainingsmaßnahmen besser absichern zu können wurde 1993 ein weiteres kleines Motorboot angeschafft, die Gummisau“ Hierbei handelte es sich um ein Metzler 450, ein sogenanntes RIB.

Ab 1995 musste der LRV Einbußen bei den Mitgliederzahlen verzeichnen. Dieser Prozess begann schleichend bereits in den Vorjahren. Eine ähnliche Entwicklung zeichnete sich zeitweise auch im Jugendbereich ab.

1996 war es unumgänglich den ersten Pessimisten zu ersetzen. Die Schiffswerft Laboe ermöglichte dem LRV den Kauf eines Ausstellungsbootes. Das Tacar455 mit Motor wurde wiederum auf den Namen „Pessimist“ getauft.

1999 gab Jochen Göing das Ruder an Jens Holtschneider, Polizeibeamter (WSP), weiter. Um den gestiegenen Anforderungen bei der Ausbildung und den Prüfungen zum Sportbootführerschein See zu begegnen, erwarb der LRV 2004 einen gedeckten Motorkutter, eine Albatros 20, die Mama Kiboko (Mutter Flußpferd). Ab diesem Jahr konnten wieder steigende Mitgliederzahlen verzeichnet werden. Dies ist nicht zuletzt auf das ausgeweitete Ausbildungsprogramm des LRV (erstmals 2004 bietet der LRV auch einen Segelkurs für Erwachsene  an) und natürlich auf die wieder erstarkte Jugengruppe.

2009 übernimmt der kaufm. Angestellte Rolf Brinkmann die Führung des LRV. Zu seinen ersten Herausforderungen zählen die 100-Jahr-Feier und die Ausrichtung der DM der nordischen Folkeboote im Jubiläumsjahr 2010. Im selben Jahr veräußert der LRV seine alten Sicherungsboote. Diese werden durch größere bzw. modernere RIBs ersetzt. So wird ein gebrauchtes Bombard 550 mit einem 90PS Mercury und ein Brig Falcon 450 angeschafft. Das Falcon wird mit einem 30 PS Mercury ausgerüstet. Mit diesen Einheiten ist die Sicherung der großen Jugendgruppe wieder „up to date“ und auch bei der Ausrichtung von Regatten kann der LRV wieder auf sichere und schnelle Einheiten zurückgreifen.

Im Jubiläumsjahr verzeichnet der LRV 217 Mitglieder, davon 30 Jugendliche. Unter dem Stander des LRV fahren insgesamt 88 Boote (davon nur 8 Motorboote) unter denen sich knapp 50 seegehende Einheiten befinden.

Die Gruppe der Fahrtensegler, die von Anfang an eine starke Gruppe innerhalb des Vereins bildeten, unternahm und unternimmt auch weiterhin mehrmals im Jahr gemeinsam oder einzeln Fahrten im Bereich der westlichen Ostsee und auch darüber hinaus und besucht andere Länder und Häfen. Diese Fahrten werden zunehmend gemeinsam mit Segelkameraden des Yachtclubs Laboe unternommen.

Die sportlich wohl erfolgreichste Abteilung innerhalb des Laboer Regatta Vereins ist die Gruppe der Regattasegler und die Jugendgruppe. Die Jugendarbeit in der Jugendgruppe des LRV ist eine der wichtigsten Aufgaben in unserem Verein und wird mit großem Engagement aller Verantwortlichen durchgeführt und wird auch weiterhin eine der vordringlichsten Aufgaben innerhalb des Vereins bleiben. Ausgebildet und informiert wird natürlich auch in allen anderen Bereichen der Sportschifffahrt und des Umweltschutzes. Unter der Betreuung von hervorragenden Trainern und Ausbildern aus dem Verein sind hier zahlreiche Erfolge aus nationaler und internationaler Ebene zu verzeichnen. So konnten Vereinsmitglieder des LRV bis 2002 auf Weltmeisterschaften, WM-Ausscheidungen, als Besatzungsmitglieder auf Admirals-Cupern, bei Meisterschaften der Vierteltoner und Minitonner, sowie Ranglistenregatten und Meisterschaften auf Kielbooten und Jollen national und international Siege sowie gute bis sehr gute Platzierungen erreichen.

 

Teilnahme an den Kieler Wochen und Travemünder Wochen mit Jollen, Folkebooten und anderen Kielbooten runden das Bild ab. In der Europe-Klasse der Herren stellte der LRV 2001 sogar den Deutschen Meister, in der Klasse Laser-Radial open im Jahre 2012 ebenfalls den Deutschen Meister. Seit 1991 richtet der LRV den Ehrenmalpokal als Ranglistenregatta für die Einhandjollenklassen Europe (1991), OK (1998-1999), Contender (1999), Seggerling (2000-2005), Flash (2004) und Splash (2004) auf dem Revier in der Steiner Bucht aus. Seit 2006 ist der LRV Ausrichter der Trudelmausregatta für nordische Folkeboote. Um die Regatten entsprechend der gestiegenen Anforderungen der Segler ausrichten zu können haben mehrere Mitglieder des LRV regionale und nationale Wettfahrtleiter und Schiedsrichterlizenzen erworben.

Im Jahre 2013 gehören im Bereich der Regatten der Ehrenmalpokal, die Traditionsregatta, die Trudelmausregatta, und die Vereinsmeisterschaft sowie im Bereich der Fahrtensegler ein Jugendtörn und in Gemeinschaft mit dem Nachbarclub YCLa das An- und Absegeln, die Pfingstfahrt und der Himmelfahrtstörn zu den festen Programmpunkten. Der LRV beteiligt sich an Gemeindeveranstaltungen wie dem Hafengeburtstag und arbeitet mit den Nachbarvereinen YCLa und OSL in dem Projekt 3 in einem Boot auch im Bereich der Jugendarbeit eng zusammen.

 

Die 1. Vorsitzenden des Laboer Regatta Vereins von 1910 e.V.

1910 – 1914 Hermann Wiese, Holzkaufmann

1919 - 1930 Heinrich Schnoor, Fischerältermann und Vormann der Rettungsstation der DGzRS

1930 - 1938 Gustav Krützfeld, Kapitän und Lotse

1938 - 1949 Kurt Kreuter, Direktor Howaldtswerke in Kiel

1949 – 1977 Karl-Heinz Arp, Holzhändler und Chef der Firma Vöge & Wiese

1977 – 1989 Detlef Berlin, Rechtsanwalt und Notar

1989 – 1999 Jochen Göing, Diplom-Ingenieur

1999 – 2009 Jens Holtschneider, Polizeibeamter (WSP)

seit 2009 Rolf Brinkmann, kaufm. Angestellter